Die gegenwärtige Wirtschaftswelt ist durch Komplexität, Krisen und tiefgreifende Veränderungsprozesse gekennzeichnet, die kaum zu verstehen sind. Scheinbar zwangsläufig entsteht hier ein Bedarf an Orientierung. Doch wer orientiert wen in welcher Absicht und auf welcher theoretischen Grundlage? Ist das, was in Unternehmen und Management an "Philosophie" angeboten wird, ein Ausweg aus der Krise? Welche Ideen werden hier vertreten, und was ist in diesem Zusammenhang von der Verwendung religiöser Symbolik zu halten? Anhand der Analyse ausgewählter Unternehmens- und Managementphilosophien werden die mitunter weit ausholenden Deutungen von Mensch, Welt, Wirtschaft und Gesellschaft kritisch in den Blick genommen. Dabei werden drei gängige Figuren des Erfolges herauspräpariert: 1. die Idee des Unternehmens als Werte- und Sinngemeinschaft, 2. die Überhöhung der Unternehmer- und Managerpersönlichkeit zur Superperson und 3. die Idee totaler Selbstverantwortlichkeit für individuellen Lebenserfolg. Das Ergebnis lautet: Was als "Philosophie" bezeichnet wird, ist vielfach Ideologie - und der Versuch der planmäßigen Produktion von Sinn, Werten und Emotionen ein fragwürdiges Projekt. In der vorliegenden Studie wird gezeigt, dass die präsenten Legitimationen des Führens und Geführtwerdens Grundlagen der Arbeitsgesellschaft und das Maß ihrer Humanität tangieren. Marc Schlette: "Figuren des Erfolges. Zur politischen Kritik von Unternehmens- und Managementphilosophie", Würzburg 2005
