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Nachrichten
Aktuelles aus dem Institut
- Neuerscheinung: Religion, Politics and Law. Philosophical Reflections on the Sources of Normative Order in Society
- Gemeinsames philosophisches Colloquium über Recht, Religion, Ethik und Politik an der Universität Leiden (NL)
- Neuerscheinung: "Figuren des Erfolges"
- Vortragsreihe des Instituts für Religionspolitologie an der Universität Duisburg-Essen
- Neuerscheinung: "Politik, Religion und Gemeinschaft. Die kulturelle Konstruktion von Sinn."
Projekte
- Grundlegung der Religionspolitologie
- Symbolik und Diabolik des Politischen
- Aufklärung über Hitlers mörderischen Antisemitismus
- Politisch-religiöser Fundamentalismus und demokratische Kultur
- Interkulturelle Qualifizierung
- Heilsideologische Existenzdeutungen des Psychomarktes und deren politische Implikationen
- Figuren des Erfolges: Zur politischen Kritik von Unternehmens- und Managementphilosophie
- Novus Ordo Seclorum – Zur Genesis der Zivilreligion in den Vereinigten Staaten
Grundlegung der Religionspolitologie
(Claus-E. Bärsch)
Das Ziel des Forschungsprojektes besteht darin, mit der Etablierung eines neuen Teilgebietes der Politikwissenschaft zu beginnen. Im Hinblick auf die Ereignisse des 11. September 2001, den multikulturellen Dialog, der stets auch ein multireligiöser Dialog ist, der Diskussion über das amerikanische Modell der Zivilreligion sowie den so genannten neuen religiösen Bewegungen (Sekten, Psychomarkt) fällt auf, dass es zwar Religionssoziologie und Religionspsychologie gibt, aber eben keinen Zweig der Politikwissenschaft zur Erforschung des Zusammenhanges von Politik und Religion. Die Religionspolitologie als Zweig der Politikwissenschaft soll kein Bekenntnis zu einer bestimmten Religion voraussetzen oder die Negation aller Religion zu Grunde legen. In die Erforschung des Zusammenhanges von Politik und Religion sind die verschiedenen Sphären des Daseins (Bios, Ökonomie, Psyche) und die verschiedenen Kategorien des Erkennens (z.B. Identität, Kausalität) zu integrieren.
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Symbolik und Diabolik des Politischen
(Peter Berghoff)
Das Projekt hat in politikwissenschaftlicher Perspektive das Problem des „Bösen“ bzw. das, was dafür gehalten wird, zum Gegenstand. Es sollen die dominant gewordenen Muster im Feld des Politischen untersucht werden, die in den modernen als säkularisiert geltenden Gesellschaften die Interpretation von Leid, Tod, Ungerechtigkeit, Unfreiheit, Not, Zerstörung etc. nachhaltig geformt haben. Es geht aber nicht nur um eine Deskription der Muster, mit denen in der Moderne den Phänomenen des „Bösen“ begegnet wurde. Vielmehr sollen auch die Formen des Bewußtseins von politischer Realität untersucht werden, auf die sich die Muster der Vorstellung vom „Bösen“ beziehen. Um der Kritik von Präsentationen und Repräsentationen politischer Realität eine theoretische Grundlage zu geben, sollen im ersten Teil des Projektes die symboltheoretischen Dimensionen der Politik in verschiedenen Perspektiven erarbeitet werden. Der zweite Teil wird dann die politisch dominanten Repräsentationen des „Bösen“ (hier Diabolik genannt) zum Gegenstand haben. Hierbei stehen zunächst die modernen massenintegrierenden Ideologien des Nationalismus/Rassismus und Kommunismus/Sozialismus im Fokus. Konnten die Massenideologien noch für viele Antwort auf die Fragen nach politischer Realität geben respektive dem, was sie bedroht, stellt sich, insofern man den Zusammenbruch der großen ideologischen Erzählungen in der „Post“- oder „Spätmoderne“ diagnostiziert, auch die Frage nach dem „Bösen“ wieder als Herausforderung an das Integrations- und Desintegrationspotential politischer Kultur. Diese Herausforderung besteht nicht nur im Hinblick auf eine Parzellierung verbindender Realitätsrepräsentationen, die auch jede Ethik zu betreffen scheint, sondern auch in der Bedeutung, die dem Phänomen „Macht“ beigemessen wird. Im letzten Teil soll deshalb das Problem der Macht in der Perspektive des Verhältnisses zwischen symbolischen und diabolischen Realitätsrepräsentationen untersucht werden.
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Aufklärung über Hitlers mörderischen Antisemitismus.
Darstellung, Analyse und Kritik sowie Aufbereitung der Ergebnisse für die Jugend – und Erwachsenenbildung
(Claus-E. Bärsch, Andrea Ullrich)
Der Zweck des Projektes war die Erforschung des Zusammenhangs zwischen dem nationalsozialistischen Antisemitismus, wie er in dem ideologischen Hauptwerk Hitlers, „Mein Kampf“, dokumentiert ist, und der Ermordung der Juden. Nach Erstellung einer umfassenden Bibliographie zum Nationalismus wurde zunächst ein religionspolitologisches Kategorienschema erarbeitet, um eine systematische Erfassung der Textquelle zu ermöglichen. Dieses methodologische Konzept unterteilt sich in drei Ebenen:
a) Das Politikverständnis Hitlers unter besonderer Berücksichtigung seines Denkens
über Mensch, Gesellschaft und Geschichte, wobei die Begriffe Volk, Staat und Nation als Oberbegriff für Gemeinschaft einen zentralen Stellenwert einnehmen.
b) Hitlers Konstruktion von Homogenität und Identität der Deutschen gegen die Juden unter besonderer Berücksichtigung der Analyse des spezifischen Rassismus resp. Antisemitismus Hitlers
c) Die religiösen Wahrnehmungsmuster Hitlers oder: Die Dogmen des Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung der Frage, ob die durch Hitler vorgenommene Konstruktion von Homogenität und Identität in bezug auf die Gemeinschaft der Deutschen sowie der Juden eine religiös konnotierte Überhöhung erfährt.
Anhand der genannten Kategorien wurde eine Tabelle mit den zentralen Begriffen erstellt (Bsp.: Kat. a) Volk, Nation, Staat; Kat. b) Natur, Kultur, Seele, Blut; Kat. c) Gott, Auserwählung, Opfer, Religion). Sämtliche Aussagen Hitlers, die den Antisemitismus betreffen, wurden gesondert zusammengestellt. Diese Exzerpte dienten als Grundlage der quantitativen und qualitativen Textanalyse von „Mein Kampf“, wobei die zentralen Textstellen über Volk, Rasse, Staat, Nation, Arier, Juden etc. in Überblickstabellen mit entsprechender Seitenangabe festgehalten wurden. Diese Tabellen geben Aufschluß über die beispielsweise „dem Juden“ oder „dem Arier“ zugeordneten Eigenschaften. Unter Vorlage der erstellten Tabellen mit den zentralen Begriffen wurde ein Index-Verzeichnis für Band 1 und Band 2 erstellt, um die Textanalyse zu erleichtern und ein schnelles Auffinden notwendiger Sinnzusammenhänge zu ermöglichen. Im nächsten Arbeitsschritt wurden die zentralen Schlüsselzitate aus „Mein Kampf“ gesammelt und inhaltliche Wiederholungen des 781 Seiten umfassenden „Werkes“ zusammengefügt. Als Ergebnis konnten die Schlüsselzitate und den Antisemitismus betreffende Aussagen in das kategoriale Schema eingefügt werden. Unter didaktischen und aufklärerischen Aspekten wurde die Textdokumentation schließlich systematisiert, wobei zu den drei Teilkomplexen (a, b und c) die Zitate erläutert und interpretiert wurden. Denjenigen Aussagen Hitlers, die einen eindeutig kolportierenden Charakter haben, wurden entsprechende Originaltexte (Bsp. Bibel, Darwin) hinzugefügt. Auch erläuternde Sekundärliteratur und Auszüge aus späteren Hitler-Reden wurden der Textdokumentation gegenübergestellt, um das Verständnis und die Interpretationsmöglichkeiten der Hitlerschen Ideologie zu erleichtern. Wegen urheberrechtlicher Schwierigkeiten konnte die Textdokumentation noch nicht abschließend bearbeitet und veröffentlicht werden.
gefördert durch:
Arbeitsamt Duisburg,
Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW
Laufzeit: 1998 - 2000
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Politisch-religiöser Fundamentalismus und demokratische Kultur
(Peter Berghoff, Uschi Berretz, Gülten Hammelstein-Eroglu)
Ziel des Projektes ist es, einen religionspolitologischen Beitrag zum Verständnis des politisch-religiösen Fundamentalismus zu leisten. In religionspolitologischer Perspektive wird unter „Religion“ eine Interpretation von Wirklichkeit verstanden, in deren Zentrum der Glaube an eine welt-jenseitige, auf existentielle Fragen des Menschen antwortende Instanz steht. Der Glaube betrifft demnach auch das Be-wußtsein von politischer Realität. Zum Problem wird das Verhältnis von Politik und Religion insbesondere dann, wenn an die Möglichkeit einer innerweltlichen Verfügbarkeit antwortgebender Instanzen geglaubt wird. Demnach resultiert das Problem des Fundamentalismus entweder aus der Politisierung religiöser Traditionen und Überzeugungen oder aus der Sakralisierung politischer Ideologien, unabhängig davon, ob es sich um genuin religiöse oder sog. säkulare Existenzdeutungen handelt. Welche spezifischen Verknüpfungen von Politik und Religion zu politisch-religiösem Fundamentalismus führen und welche Herausforderungen sich daraus für die Politik eines demokratischen Gemeinwesens ergeben, steht daher im Zentrum der Untersuchung. Im ersten Schritt werden die wissenschaftliche, gesellschaftliche und politische Wahrnehmung des politisch-religiösen Fundamentalismus im Hinblick auf die jeweils zugrundeliegenden Deutungen des Verhältnisses von Politik und Religion und damit einhergehender Erklärungslücken aufgearbeitet. Die daraus gewonnenen Fragedimensionen werden im zweiten Schritt anhand von Experteninterviews mit Vertretern der Religionsgemeinschaften und Multiplikatoren des multikulturellen Dialogs ergänzt und präzisiert. Im dritten Schritt wird eine qualitative Befragung zu politischen und religiösen Haltungen und deren Verknüpfungen bei Duisburger Studierenden durchgeführt. Leitend wird dabei die Frageperspektive sein, welche Inhalte des jüdischen, christlichen, islamischen und säkularen Bewusstseins der demokratischen Kultur förderlich sind bzw. diese bereichern, und welche Bewusstseinsformen und inhalte ihr abträglich sind, zu Fanatismus und Fatalismus tendieren und einen politisch-religiösen Fundamentalismus begünstigen.
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Xenos-Projekt: Interkulturelle Qualifizierung (IQ)
Interkulturelle Beratung und Qualifizierung von Multiplikatoren der beruflichen Bildung
in der Region Duisburg durch den Aufbau eines mobilen Beratungsteams
(Claus-E. Bärsch, Manfred Bayer, Ursula Berretz, Peter Krumpholz, Nicole Schlette)
Der Zweck des dreijährigen XENOS-Projektes Interkulturelle Qualifizierung (IQ) ist die interkulturelle Beratung und Qualifizierung von Multiplikatoren aus mittleren Betrieben, aber auch aus Berufsschulen, Beschäftigungsgesellschaften und Einrichtungen der außerbetriebli-chen Aus- und Weiterbildung in der Region Duisburg. Zunächst werden auf der Basis von Experteninterviews und einer empirischen Befragung von Jugendlichen bestehende Integrationsmaßnahmen evaluiert. Aufbauend auf den empirischen Befunden und somit in enger Kooperation mit den regionalen Akteuren der Berufsbildung und des interkulturellen Dialogs werden anschließend drei einan-der ergänzende Unterrichtsmodule zur Vermittlung von interkultureller Kompetenz in berufli-chen Bildungsmaßnahmen entwickelt. Deren Umsetzung und Einsatz wird abschließend durch die Schulung von Multiplikatoren aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung erprobt und sichergestellt. Die interkulturelle Beratung und Qualifizierung von Multiplikatoren aus der schulischen und außerschulischen Berufsbildungspraxis in der Region Duisburg erfolgt somit auf der Basis der empirischen Befunde und der darauf aufbauenden Unterrichtsmodule zur Vermittlung von interkultureller Kompetenz. Die Schulung von Multiplikatoren basiert dabei eben so sehr auf den Modulen wie umgekehrt die Schulung der Erprobung und Verbreitung der drei Module dient. Durch die Module, an deren Konzeption die regionalen Akteure der Berufsbildung und des interkulturellen Dialogs beteiligt sind, sollen den Multiplikatoren einerseits konkrete Handlungshilfen für ihre sozialpädagogische, berufsbildungs- und arbeitsmarktbezogene Praxis zur Verfügung gestellt werden. Andererseits soll der Einsatz der Module im pädagogischen Alltag die Nachhaltigkeit des Projektvorhabens über die relativ begrenzte Wirkung einer Schulung über den Projektzeitraum hinaus sicherstellen. Zur Durchführung des Projekts gehört der Aufbau eines mobilen Beratungsteams. Zu diesem gehören der Antragsteller (die Gerhard-Mercator Universität Duisburg / GMU) und seine Ko-operationspartner (RISP Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V., Duisburg; IFR Institut für Religionspolitologie e.V., Duisburg und RAA/Arbeitsstelle für Zuwanderung der Stadt Duisburg). Es ist vorgesehen, daß weitere Repräsentanten aus dem Umfeld der regionalen Akteure der Berufsbildung und des interkulturellen Dialogs in den erweiterten Kreis des Beratungsteam aufgenommen werden. Das Beratungsteam wird dann nicht nur aus Politik- und Sozialwissenschaftlern, interkulturellen Erziehungswissenschaftlern, Religionspolitologen und Berufsbildungsforschern, sondern auch aus Experten aus der berufsbildungsbezogenen und interkulturellen Praxis bestehen. Die interdisziplinäre Zusammensetzung und das Miteinander von Theoretikern und Praktikern qualifizieren das Team für folgende Beratungstätigkeiten: Interkulturelle und interreligiöse Beratung von freien und kommunalen Trägern der Jugendberufshilfe, von Lehrpersonal der beruflichen Aus- und Weiterbildung, Berufskollegs, Migranten-Organisationen, Ausländerbeiräten etc., Mitwirkung im regionalen Netzwerk für den Übergang Schule-Beruf der RAA Duisburg, Interkulturelle und interreligiöse Schulung von Ausbildungsleitern, Berufsschullehreren, Verantwortlichen der Personalentwicklung und der betrieblichen wie außerbetrieblichen Aus- und Weiterbildung im Raum Duisburg.
gefördert durch:
Europäische Union/Europäischer Sozialfonds,
Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung,
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,
Stiftung Mercator
Laufzeit: 2002 - 2005
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DFG-Projekt: Von der religiösen Esoterik zur politischen Exoterik?
Eine religionspolitologische Untersuchung heilsideologischer Existenzdeutungen in Primär- quellen des sog. Psychomarktes und deren politische Implikationen
(Reinhard Sonnenschmidt, Ralf Miggelbrink, Andrea Ullrich, Andreas Dordel)
Im Zentrum des Projektes steht die Untersuchung heilsideologischer Existenzauslegungen in maßgeblichen Quellen der in „Psychomarkt“ und „Esoterik“ virulenten neuen Religiosität sowie der damit einhergehenden Konsequenzen für das Bewußtsein von Politik. Das zentrale Problem der in den Neuen Religiösen Bewegungen, Psychomarkt und New Age wahrgenom-menen Phänomene (vgl. Enquete-Kommission „Sog. Sekten und Psychogruppen“ 1998) besteht darin, ob diese Haltungen und Mentalitäten mit den Bedingungen einer demokratischen Rechtsstaatskultur vereinbar sind. Es wird folglich zu zeigen sein, ob und inwieweit sich „religiöse Esoterik“ mit ihren innerweltlichen Heilsversprechen in Formen politischer Kommunikation manifestiert. Im Rahmen des Projektes wird daher in Quellenstudien der existentielle und religiöse Deutungshintergrund moderner „System-Esoterik“ und moderner „Psychologien des Selbst“ aufgezeigt sowie im Hinblick auf politische Implikationen und Konsequenzen untersucht. Die in der Untersuchung ausgewiesenen psycho-esoterischen Muster des Wahrnehmens, Denkens und politischen Handelns werden in einem weiteren empirischen Forschungsabschnitt für die Evaluierung öffentlicher Bildungsangebote angewendet. Eine detailliertere Projektbeschreibung finden Sie hier.
gefördert durch:
Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG
Laufzeit: 2004 - 2007
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Figuren des Erfolges
(Marc Schlette)
Die gegenwärtige Wirtschaftswelt ist durch Komplexität, Krisen und tiefgreifende Veränderungsprozesse gekennzeichnet, die kaum zu verstehen sind. Scheinbar zwangsläufig entsteht hier ein Bedarf an Orientierung. Doch wer orientiert wen in welcher Absicht und auf welcher theoretischen Grundlage? Ist das, was in Unternehmen und Management an „Philosophie“ angeboten wird, ein Ausweg aus der Krise? Welche Ideen werden hier vertreten und was ist in diesem Zusammenhang von der Verwendung religiöser Symbolik zu halten?
Anhand der Analyse ausgewählter Unternehmens- und Managementphilosophien werden die mitunter weit ausholenden Deutungen von Mensch, Welt, Wirtschaft und Gesellschaft kritisch in den Blick genommen. Dabei werden drei gängige Figuren des Erfolges herauspräpariert:
1. die Idee des Unternehmens als Werte- und Sinngemeinschaft, 2. die Überhöhung der Unternehmer- und Managerpersönlichkeit zur Superperson und 3. die Idee totaler Selbstverantwortlichkeit für individuellen Lebenserfolg. Das Ergebnis lautet: Was als „Philosophie“ bezeichnet wird, ist vielfach Ideologie - und der Versuch der planmäßigen Produktion von Sinn, Werten und Emotionen ein fragwürdiges Projekt.
In der in Kürze im Verlag Königshausen & Neumann erscheinenden Studie wird
gezeigt, dass die präsenten Legitimationen des Führens und Geführtwerdens Grundlagen der Arbeitsgesellschaft und das Maß ihrer Humanität tangieren.
gefördert durch:
Hans Böckler Stiftung
Laufzeit: 2002 - 2005
Projekt und Promotionsverfahren sind seit dem 17.01.2005 abgeschlossen
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Novus Ordo Seclorum – Zur Genesis der Zivilreligion in den Vereinigten Staaten
(Detlef Bauszus)
Das Projekt beschreibt die Genesis der amerikanischen „civil religion“ unter besonderer Berücksichtigung der ersten Erweckungsbewegung auf dem amerikanischen Kontinent (Great Awakening) sowie der anschließenden Gründungsperiode der amerikanischen Republik (1750-1800).
Ausgehend von Robert Bellahs „Civil Religion in America“ (1967) dokumentiert das Projekt, dass schon in den ersten politischen Diskussion zur Konstruktion der amerikanischen Nation die Grundlagen zur Entwicklung dieser Zivilreligion gelegt waren. Schon fünfzig Jahre vor dem Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges hatte mit dem „Great Awakening“ eine protestantische Erweckungsbewegung eingesetzt und sich wirkmächtig auf die folgenden politisch-theologische Auseinandersetzung mit dem Mutterland herausgebildet. Auf der englischen Seite erkannte Edmund Burke 1775, „that certain theological convictions had definite political implications“. Auf der „amerikanischen" Seite etablierte die Große Erweckung die Spaltung der Puritaner. Hierbei bildeten die „Old Lights“ mit ihrem Starren Festhalten am „kalten, rationalen Ritus“ und ihrem unter dem Einfluss der Aufklärung sich immer stärker durchsetzenden Deismus den externalisierten Flügel der Protestanten. Die „Revivalists or the New Lights“ auf der anderen Seite, Vertreter eines internalisierten Religionsverständnis, suchten ihre religiöse Erfüllung im mystischen Ekstasen und persönlichen Gotteserfahrungen. Die öffentliche Auseinandersetzung beider protestantischer Bewegungen führten zu weitgespannten Kommunikations- und Diskussionsnetzen, die sich auf der politischen Ebene bei Ausbruch des Revolutionskrieges als außerordentlich effektiv erweisen sollten, als es zur Organisation des kolonialen Widerstandes gegen England kam. Mit dem Schisma innerhalb der Puritaner und den lokalen protestantischen Fraktuierungen, sowie der Verbreitung eines „Gefühls der Egalität“ unter den Diskutanten begann allerdings gleichzeitig die Suche nach einem „einigenden Band“ der (protestantischen) Denominationen. Die Führer der amerikanischen Revolution erkannten konsequent, dass mit der sich abzeichnenden Trennung von England und der Konstruktion einer Nation das transzendentale Gründungsmomentum der Vereinigten Staaten mit der Etablierung einer „Civil religion“ einher gehen musste. „Theoretiker“ der amerikanischen Revolution wie Thomas Paine („Mein Geist ist meine Kirche“) und Thomas Jefferson („Ich selbst bin eine Sekte“) entwickelten zielstrebig nach Abschaffung der (englischen) anglikanischen Staatskirche eine besondere Form einer „nationalen Religion“ (Alexander Hamilton). Die kritische Analyse des Projekts umfasst ebenfalls die Themenbereiche „Begründung der kollektiven amerikanischen Identität“, das „’second Israel Syndrom’ und ‚manifest destiny’“ sowie die „Entwicklung der zivilreligiösen Phänomene in den Vereinigten Staaten“.
