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Nachrichten
Aktuelles aus dem Institut
- Neuerscheinung: Religion, Politics and Law. Philosophical Reflections on the Sources of Normative Order in Society
- Gemeinsames philosophisches Colloquium über Recht, Religion, Ethik und Politik an der Universität Leiden (NL)
- Neuerscheinung: "Figuren des Erfolges"
- Vortragsreihe des Instituts für Religionspolitologie an der Universität Duisburg-Essen
- Neuerscheinung: "Politik, Religion und Gemeinschaft. Die kulturelle Konstruktion von Sinn."
Forschung
In der modernen westlichen Gesellschaft schwindet das Religiöse aus dem Politischen. So lautet eine weit verbreitete Meinung. Säkularisierung und Laizismus scheinen dagegen die Charakteristika unserer Zeit zu sein. Doch gibt es Phänomene, bei denen der Zusammenhang von Politik und religiöser Wirklichkeits- interpretation evident und möglicherweise aktueller denn je ist:
Fundamentalismus, Nationalismus, Heilsideologien, Rassismus, Legitimation von Macht und Herrschaft, Sekten und Esoterik, Schwangerschaftsabbruch oder Genforschung.
Trotz dieser offenkundigen Beziehung zwischen Politik und Religion konnte die Religionspolitologie in der Wissenschaft bislang nicht etabliert werden - im Gegensatz zur Religionssoziologie, Religionspsychologie oder Religionsphilosophie. Den Auswirkungen religiöser Existenz- und Wirklichkeitsinterpretation auf politische Prozesse wird daher in der Politikwissenschaft kaum Beachtung zuteil. Mit der Gründung des Instituts für Religionspolitologie soll ein Beitrag zur Schließung dieser Lücke innerhalb der Politischen Wissenschaften geleistet werden.
Das Institut für Religionspolitologie untersucht den Zusammenhang von Religion und Politik. Denn in der Politik wirken Überzeugungen, Wissen, Fiktionen, Meinungen und eben auch mögliche Formen des Glaubens. Deshalb lautet der Grundsatz des Instituts: "Wer Religion verkennt, erkennt Politik nicht." In der Religionspolitologie geht es einerseits um die empirische, historische und theoretische Erforschung politischer Aussagen und Symbole in Religionen und Theologien. Andererseits sind auch religiöse und theologische Muster in politischen Ideen, Handlungen und Ordnungen Gegenstand des Interesses. Das Institut für Religionspolitologie konzentriert sich auf folgende Forschungsschwerpunkte und Arbeitsgebiete:
- Religion und politische Ordnung
- Politische Religionen und Theologien (z.B. Nationalsozialismus)
- Religion und Gewalt (z.B. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus)
- Religionspolitologische Ideen- und Mentalitätsgeschichte
- Interkulturell vergleichende Religionspolitologie
Das Institut ist überparteilich und überkonfessionell. Es bietet den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen Diskussionshilfe für religionspolitologische Debatten. Das Institut ist der freiheitlichen, rechtsstaatlichen und pluralistischen Demokratie verpflichtet. Sowohl Dogmatismus und Fundamentalismus als auch Ignoranz und Gleichgültigkeit in religionspolitologischen Fragen sind eine Gefährdung dieser Grundordnung. Das Institut organisiert Tagungen, Vortragsreihen und Seminare, erstellt Lehrmaterialien und Dokumentationen. Hiermit soll der wissenschaftliche Austausch gefördert und Kontakt zur interessierten Öffentlichkeit hergestellt werden.
